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Zentralstelle Cybercrime Sachsen schaltet zwei Usenet-Portale ab

Einen beachtlichen Schlag gegen die Cyber-Kriminalität haben
die Zentralstelle Cybercrime Sachsen (ZCS) der Generalstaatsanwaltschaft
Dresden und das Landeskriminalamt Sachsen (Sächsisches
Cybercrime Competence Center – SN4C) vollzogen. 
Am 8. November 2017 wurden
im Rahmen eines Ermittlungsverfahrens wegen gewerbsmäßiger unerlaubter
Verwertung von urheberrechtlich geschützten Werken die Wohn- und Geschäftsräume
von 26 Beschuldigten sowie Rechen-Zentren in Deutschland, Spanien, den
Niederlanden, San Marino und der Schweiz durchsucht. Die 182 Einsatzkräfte
wurden von Kollegen aus den jeweiligen Ländern unterstützt. Der gesamte Einsatz
wurde mit Hilfe von Eurojust koordiniert.
Die Beschuldigten stehen im Verdacht, die Internet-Portale www.town.ag und www.usenet-town.com betrieben zu
haben.
Bei www.town.ag und www.usenet-town.com handelte es
sich um zwei der größten Online-Portale, über die unter systematischer und
rechtswidriger Verletzung von Urheberrechten Zugang zu Filmen, Serien, Musik,
Software, E-Books, Hörbüchern sowie Zeitungen und Zeitschriften (E-Paper)
angeboten wurde. Die Nutzer hatten zuletzt Zugriff auf rund 400.000 bzw.
1.200.000 Titel. Zahlreichen Urheberrechtsinhabern entstand durch die strafbare
Zugänglichmachung ihrer Werke ein Gesamtschaden von mehreren Millionen Euro.
Die Betreiber der Plattformen ließen sich ihre Dienste und den Zugang zu den
Werken über sogenannte „Sponsoren“ vergüten und erzielten Einnahmen
in Millionenhöhe.
In Spanien und Sachsen wurden Haftbefehle gegen zwei
deutsche Staatsangehörige (39 und 31 Jahre alt) vollstreckt. Die Auslieferung
des in Spanien festgenommenen, mutmaßlichen Kopfes der Gruppe wurde bereits
beantragt.

Es gelang den Spezialisten zudem, die von den Beschuldigten
betriebenen Internet-Portale www.town.ag und www.usenet-town.com vom Netz zu
nehmen. Auf der Website der abgeschalteten Portale wurde das folgende
Sicherstellungsbanner platziert:
Auf den Servern wurden über 1.000 Gigabyte Daten gesichert
und zudem zahlreiche Computer und Datenträger der Beschuldigten sichergestellt.
Die Ermittlungen dauern an.
Die Zentralstelle Cybercrime Sachsen (ZCS) wurde zum 15.
März 2016 bei der Generalstaatsanwaltschaft Dresden errichtet. Sie ist im
Bereich der Justiz zentraler Ansprechpartner in Fragen der Bekämpfung von
Cyber-Kriminalität und landesweit zuständig für die Bearbeitung herausgehobener
Strafverfahren in diesem Bereich. Die Ermittlungen werden regelmäßig in
Zusammenarbeit mit den Spezialisten des Sächsischen Cybercrime Competence
Centers (SN4C) beim LKA Sachsen geführt.
Eurojust ist eine Justizbehörde der Europäischen Union mit
Sitz in Den Haag/Niederlande. Sie unterstützt die justizielle Zusammenarbeit
und koordiniert grenzüberschreitende Strafverfahren in Europa.

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